{"id":76,"date":"2023-03-06T14:25:26","date_gmt":"2023-03-06T13:25:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.armbrustschuetzen.at\/?page_id=76"},"modified":"2023-03-06T14:25:26","modified_gmt":"2023-03-06T13:25:26","slug":"mein-leben-als-armbrustschuetze","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.armbrustschuetzen.at\/?page_id=76","title":{"rendered":"Mein Leben als Armbrustsch\u00fctze"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Franz Grieshofer <\/em><\/strong><strong><em>1902 &#8211; 1984<\/em><\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_77\" aria-describedby=\"caption-attachment-77\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.armbrustschuetzen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/grieshofer.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-77\" src=\"http:\/\/www.armbrustschuetzen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/grieshofer-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.armbrustschuetzen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/grieshofer-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.armbrustschuetzen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/grieshofer-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.armbrustschuetzen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/grieshofer-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.armbrustschuetzen.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/grieshofer.jpg 1351w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-77\" class=\"wp-caption-text\">Franz Grieshofer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ende 1981 hat Obersch\u00fctzenmeister und Mentor der Salzkammergut-Sch\u00fctzenvereine Franz Grieshofer sein Leben mit eigener Feder zusammengefa\u00dft. Hier im Originaltext wiedergegeben:<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Ich wurde bereits mit 6 Jahren, also im Jahre 1908, als Zielerbeim Armbrustsch\u00fctzenverein Sulzbach eingesetzt. Ein Zieler hat die Aufgabe, jeweils den vom Sch\u00fctzen abgegebenen Schuss aufzuzeigen und sodann den Bolzen wieder zum Sch\u00fctzen mit einer Vorrichtung zur\u00fcckzuschicken. Hat der Sch\u00fctze einen guten Schuss abgegeben, so wirft der Zieler, der selbst ein rot-wei\u00dfes Gewand tr\u00e4gt, seine Kappe in die Luft, macht einen Purzelbaum und juchitzt dazu. Dieser Vorgang wird vom Sch\u00fctzen mit einem kleinen Trinkgeld belohnt.<\/em><\/p>\n<p align=\"left\"><em>Sp\u00e4ter trat ich dem 1. Ischler Armbrustsch\u00fctzenverein Rettenbach in Branndenberg bei. Auf diese Zeit kann ich mich noch gut erinnern, weil damals j\u00e4hrlich ein Kaiserschie\u00dfen durchgef\u00fchrt wurde. Die Armbrustsch\u00fctzen bekamen vom Kaiser je 1 Golddukaten und die Scheiben- oder Feuersch\u00fctzen 2 Golddukaten.<\/em><\/p>\n<p align=\"left\"><em>Es bestand und besteht auch heute noch zwischen den Armbrust- und Feuersch\u00fctzen eine gewisse Rivalit\u00e4t beziehungsweise Distanzierung infolge der gesellschaftlichen Zusammensetzung dieser Sch\u00fctzenverb\u00e4nde. Die Armbrustsch\u00fctzen wurden von Holzknechten, Berg-, Salinen und anderen Arbeitern gestellt, w\u00e4hrend sich die Feuersch\u00fctzen aus den B\u00fcrgern und Bauern Bad Ischls rekrutierten. Die kaiserlichen Hoheiten besuchten aber lieber die Armbrustsch\u00fctzenvereine, weil es dort lustiger war und viel gesungen und gepascht wurde. Einmal war auch Erzherzog Salvator mit seinen S\u00f6hnen bei den Armbrustsch\u00fctzen in Branndenberg. Sch\u00fctzenmeister Sepp Sams spannte dem hohen Gast die Armbrust und sagte nachher \u201eder Herr schie\u00dft aber gut\u201c. Scheinbar war es aber nur ein Zufallstreffer, weil unser Gast dann meistens viel schlechter schoss, was Sch\u00fctzenmeister Sams veranlasste zu sagen \u201eleck mi am Arsch, er feult (fehlt) eh alls\u201c.<\/em><\/p>\n<p align=\"left\"><em>Mit 16 Jahren wurde ich Armbrustsch\u00fctze in Rettenbach. Laut Reglement musste man n\u00e4mlich das 16. Lebensjahr erreicht haben, um als Sch\u00fctze aufgenommen werden zu k\u00f6nnen. Im Jahre 1934 wurde ich in unserem Sch\u00fctzenverein Schriftf\u00fchrer und 1952 zum Obersch\u00fctzenmeister bestellt. Diesen Titel f\u00fchre ich heute noch. Sowohl im 1. wie auch im 2. Weltkrieg sind viele Armbrustsch\u00fctzen gefallen. Wir konnten nach dem 2. Weltkrieg nurmit 8 Mann in der Schie\u00dfst\u00e4tte Hubhanslau die Sch\u00fctzent\u00e4tigkeit wieder aufnehmen. J\u00e4hrlich wurden gr\u00f6\u00dfere Freischie\u00dfen organisiert, sodass auch der Nachwuchs an Jungsch\u00fctzen nicht auf sich warten lie\u00df. Heute k\u00f6nnen wir mit Freude feststellen, dass 29 Sch\u00fctzen im Stand stehen. Im Jahre 1975 haben die Rettenbacher Sch\u00fctzen eine neue Armbrustsch\u00fctzen-schie\u00dfst\u00e4tte gebaut, die allgemein als die sch\u00f6nste Schie\u00dfst\u00e4tte gilt. Ich hab selbst am Bau tatkr\u00e4ftig mitgearbeitet, aber in erster Linie daf\u00fcr gesorgt, dass die Finanzierung sichergestellt wurde. Bei dieser Gelegenheit m\u00f6chte ich namens des Vereines f\u00fcr die hochherzige Unterst\u00fctzung der o\u00f6.Landesregierung, insbesondere dem Herrn LHStv. Possart, der Stadtgemeinde Bad Ischl, der Sparkasse Bad Ischl und der Bev\u00f6lkerung, die auch finanziell dazu beigetragen hat, dass der 1. Ischler Armbrustsch\u00fctzenverein Rettenbach schuldenfrei dasteht, danken.<\/em><\/p>\n<p align=\"left\"><em>N\u00e4chstes Jahr, also 1982, wird der Armbrustsch\u00fctzenverein 110 Jahre alt und werden wir dieses Jubil\u00e4um in einem w\u00fcrdigen Rahmen feiern. 1932 wurde der Verband der Armbrustsch\u00fctzen Salzkammergut in Gmunden gegr\u00fcndet. Damals geh\u00f6rten dem Verband 6 Vereine an. 1934 wurde ich Verbandsschriftf\u00fchrer und 1950 Obersch\u00fctzenmeister der Armbrustsch\u00fctzen \u00d6sterreichs. Durch meine T\u00e4tigkeit und meinen pers\u00f6nlichen Einsatz sind nunmehr 17 Armbrustsch\u00fctzenvereine dem Verband angegliedert worden. 1974 wurde ich Ehrenobersch\u00fctzenmeister der Armbrustsch\u00fctzenvereine \u00d6sterreichs. Bemerken m\u00f6chte ich aber auch, dass wir mit mancherlei Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen hatten. So bekam ich im Jahre 1939 vom Reichssportf\u00fchrer ein Schreiben, dass ich das Verbandsbuch nach Berlin zu schicken und eine Armbrustsch\u00fctzenversammlung einzuberufen habe. Zu dieser Versammlung, die im Hotel Bayrischer Hof in Bad Ischl abgehalten wurde, erschien der Reichssportf\u00fchrer pers\u00f6nlich und verlangte, dass die Armbrustsch\u00fctzen-vereine aufgel\u00f6st und nur mehr Kleinkaliberschiessen d\u00fcrfen. Kurze Zeit sp\u00e4ter erhielt ich ein neuerliches Schreiben mit der Aufforderung, das die \u201eEint\u00f6ndelei\u201c (w\u00f6rtlich) aufzuh\u00f6ren habe, weil ansonsten die Gestapo die Vereine aufl\u00f6sen werde. Auf meine Eingabe, dass das Armbrustschiessen im Brauchtum verankert und bereits jahrhundertelang im Salzkammergut betrieben wird, erhielt ich die Order, mit einer Armbrust bei der Heereskommandatur in Gmunden zu erscheinen und die \u201eWaffe\u201c begutachten zu lassen. Auch bei dieser Vorf\u00fchrung verwies ich wiederum auf die mit dem Armbrustschiessen verbundene Tradition. Dies hatte zur Folge, dass keine Beanstandungmehr erfolgte und dass das Armbrustschiessen weiterhin ausge\u00fcbt werden konnte.<\/em><\/p>\n<p align=\"left\"><em>Als Obersch\u00fctzenmeister habe ich j\u00e4hrlich die gro\u00dfen Verbandsschiessenorganisiert, aber auch internationale Wettk\u00e4mpfe, wie Schweiz &#8211; \u00d6sterreich, Deutschland &#8211; \u00d6sterreich, durchgef\u00fchrt. Den gr\u00f6ssten Erfolg konnte der Armbrustsch\u00fctzenverein Salzkammergut in Gubbio (Italien) verzeichnen. Dort haben wir sogar die Schweizer Sch\u00fctzen um einen Kreis geschlagen. Von diesem Schiessen brachten wir im Jahre 1955 den Wanderpreis nachhause. Auch in Bad Ischl organisierte ich ein Freischiessen Schweiz &#8211; \u00d6sterreich, das dann allerdings zugunsten der Schweiz endete. Der H\u00f6hepunkt meines Sch\u00fctzendaseins war aber der 29. Juni 1981. An diesem Tage \u00fcberreichte mir Herr LandeshauptmannDr. Ratzenb\u00f6ck im Beisein des Ischler B\u00fcrgermeisters Karl Saller im Linzer Landhaus das Dekret \u00fcber meine Ernennung zum Konsulent der o\u00f6. Landesregierung. Diese gro\u00dfe Ehrung verdanke ich aber nicht nur meiner Leistung und T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Armbrustsch\u00fctzenvereine, sondern muss ich mich auch an dieser Stelle f\u00fcr die Mithilfe meiner Sch\u00fctzenkameraden und insbesondere f\u00fcr das grosse Verst\u00e4ndnis meiner Frau bedanken, weil ich viel meiner Freizeit dem Armbrustschiessen geopfert habe.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franz Grieshofer 1902 &#8211; 1984 Ende 1981 hat Obersch\u00fctzenmeister und Mentor der Salzkammergut-Sch\u00fctzenvereine Franz Grieshofer sein Leben mit eigener Feder zusammengefa\u00dft. 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